Klare Worte

Klimaziele ja – aber …?

Burkhard Pawils, Vorsitzender des Vorstands des Altonaer Spar- und Bauvereins

Hamburg will klimaneutral werden – und zwar schnell. Spätestens 2040 sollen Immobilien ohne fossile Energien betrieben werden, die Vermeidung von Treibhausgasen hat höchste Priorität. So weit die politische Vorgabe. In der Praxis aber entsteht ein anderer Eindruck: Wer ökologisch sinnvolle Maßnahmen plant, trifft oft auf eine Verwaltung, die verzögert und abwehrt.

Das Ärgernis liegt im Umgang mit den Zielkonflikten. Städtebauliche Ansprüche, Erhaltungssatzungen und Denkmalschutz werden in Hamburg regelmäßig höher gewichtet als wirksame Maßnahmen für den Klimaschutz. Und das nicht im Ausnahmefall, sondern systematisch. Gerade im dicht bebauten Stadtgebiet, in dem ein Großteil der Immobilien mindestens einer regulatorischen Beschränkung unterliegt, wären pragmatische Abwägungen und die Nutzung von Ermessensspielräumen zwingend erforderlich. Stattdessen dominiert die strengst mögliche Auslegung – selbst dann, wenn der klimatische Nutzen einer Maßnahme fachlich eindeutig belegt ist. Im Ergebnis wird Klimaschutz vertagt oder verhindert.

Schon die Montage einer Photovoltaikanlage oder die Nachrüstung von Fahrradstellplätzen kann in langwierigen Widerspruchsverfahren münden. Monate vergehen, ohne dass Nachfragen zum Sachstand erwünscht sind. So werden wir die Klimaziele nicht ansatzweise erreichen können.

Welchen Wert hat ein geschütztes Denkmal, wenn gleichzeitig die Klimaziele verfehlt werden? Was nützt ein eingefrorener Bauzustand aus den 1960er-Jahren, wenn die Energiekosten explodieren und barrierearmes Wohnen zur gesellschaftlichen Notwendigkeit wird? Es wird ein vermeintlich sozial erwünschter Status quo verteidigt, der mit der Lebensrealität vieler Menschen längst nichts mehr zu tun hat. Dabei geraten ausgerechnet die Interessen künftiger Generationen aus dem Blick – also jener, die auf den Erfolg der Klimaschutzmaßnahmen angewiesen sind.

Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Neubau. Zwar herrscht Einigkeit darüber, dass Hamburg mehr Wohnraum braucht. Doch in den Genehmigungsverfahren wird weiter gearbeitet, als gebe es keinen Handlungsdruck. Bearbeitungszeiten werden in Jahren statt in Monaten gemessen. Bauanträge zur Schaffung von Wohnraum werden nicht als Chance behandelt, sondern häufig zuerst als Problemfall gesehen. Bauherren erfahren allzu oft, warum etwas nicht geht – statt wie es gehen könnte. Nicht der Lösungsweg steht im Mittelpunkt, sondern der Hinderungsgrund.

Besonders widersprüchlich wird es dort, wo politisch die Beschleunigung beschworen wird, während die Praxis das Gegenteil organisiert. Serielles Bauen und ein „Hamburg-Standard“ werden öffentlich begrüßt, gleichzeitig aber durch städtebauliche Detailvorgaben, Gestaltungssatzungen oder verpflichtende Architektenwettbewerbe faktisch ausgebremst. Wer Standardisierung fordert, darf nicht zeitgleich Maßanfertigungen erzwingen.

Übrigens werden heute ausgerechnet Gebäude z. B. der 1960er-Jahre unter Schutz gestellt, also Bauten, die unter den wirtschaftlichen Vorgaben der Bauherren häufig seriell und eher schlicht hergestellt wurden.

Wenn politische Ziele mehr sein sollen als wohlklingende Überschriften, dann braucht es jetzt einen Kulturwandel in der Verwaltung. Jeder Antrag, der zur CO2-Minderung beiträgt oder neuen Wohnraum schafft, müsste mit dem Willen geprüft werden, eine Lösung zu finden. Hamburg braucht eine Verwaltung, die das, was sie politisch verspricht, praktisch möglich macht.

Wohnraumschutzgesetz

Das ändert sich

Hamburg bremst private Ferienvermietung

Willkommen in Hamburg!  Wohnraum darf für touristische Zwecke dennoch nicht zweckentfremdet werden

Seit 1982 gibt es das Hamburgische Wohnraumschutzgesetz, kurz: HmbWoSchG. Es hat im Wesentlichen zwei Ziele: Erhaltung und Pflege von Wohnraum (Wohnungspflege) sowie Vermeidung und Beseitigung der Zweckentfremdung von Wohnraum.

In den vergangenen Jahren hat die kurzfristige Vermietung von oft möblierten Wohnungen stark zugenommen. Online-Plattformen zur Vermittlung privater Unterkünfte vor allem für touristische Zwecke sind rasant gewachsen. Die oft hochpreisige Vermietung von Wohnraum an wechselnde Gäste hat sich trotz der bereits bestehenden gesetzlichen Regelungen zu einem attraktiven Geschäftsmodell entwickelt.

Angesichts des wachsenden Drucks auf den Wohnungsmarkt hat die Stadt Hamburg Maßnahmen ergriffen, um Wohnraum für die langfristige Nutzung zu sichern. Mit der Änderung des HmbWoSchG wird unter anderem zum 1.1.2027 die sogenannte Bagatellgrenze abgeschafft, mit der es bislang möglich war, bis zu 50 Prozent der eigenen Wohnfläche (also auch einzelne Zimmer) zeitlich unbegrenzt kurzfristig zu vermieten.

Künftig wird diese Form der Nutzung nur noch für maximal acht Wochen pro Kalenderjahr genehmigungsfrei zulässig sein. Die neuen Regeln sollen dazu beitragen, dass Touristen und Touristinnen wieder stärker Hotels, Pensionen oder Boardinghäuser nutzen, so dass wieder mehr Wohnungen für die Menschen, die dauerhaft in Hamburg leben, zur Verfügung stehen. Wichtig zu wissen: Untervermietungen werden in der Hansestadt einerseits durch das HmbWoSchG geregelt. Jede Form von Untervermietung – ob kurz oder lang – muss jedoch zusätzlich immer mit der jeweiligen Genossenschaft zuvor abgesprochen und von ihr genehmigt werden.

Willkommen in Hamburg!  Wohnraum darf für touristische Zwecke dennoch nicht zweckentfremdet werden

Engagement

Wie gestalten wir gemeinsam lebendige Quartiere?

Vor Ort aktiv werden Hamburgs Wohnungsbaugenossenschaften stehen seit Jahrzehnten für gutes und bezahlbares Wohnen. Für ein gutes Zusammenleben braucht es engagierte Vorstände und motivierte Mitarbeitende – und genauso Mitglieder, die jeden Tag vor Ort das Miteinander aktiv gestalten.

Kleine Gesten Jede und jeder kann dazu beitragen, dass aus einer Wohnanlage ein Ort wird, an dem sich alle zu Hause fühlen. Schon kleine Dinge bewirken viel: ein freundlicher Gruß im Treppenhaus, ein kurzes Gespräch auf dem Hof oder Unterstützung für ältere Nachbarinnen und Nachbarn. Wer aufeinander achtet und offen miteinander umgeht, schafft Vertrauen und damit das Fundament für gemeinsame Aktivitäten.

Lust auf Verantwortung Lebendige Quartiere brauchen Menschen, die sich einbringen. Das kann ein Beitrag zum Nachbarschaftsfest sein, eine Idee für gemeinsame Aktionen oder das Vertreteramt. Wichtig ist das grundsätzliche Selbstverständnis: „Ich bin dabei.“ Jeder Beitrag zählt – unabhängig vom Alter, von der Herkunft oder davon, wie lange jemand schon dort lebt.

Demokratie leben Ehrenamtliches Engagement kos-tet manchmal etwas Zeit und Mühe – und gibt viel zurück. Gerade Kinder und Jugendliche profitieren sehr davon, wenn sie erleben, wie Gemeinschaft fair, respektvoll und verantwortungsbewusst gestaltet wird. Das schenkt Sicherheit und Geborgenheit, und das Quartier wird zum Lernort – denn nicht zuletzt sind Genossenschaften gelebte Demokratie.

Gemeinschaft statt Einsamkeit Gerade in einer Großstadt wie Hamburg und in Zeiten der Digitalisierung sind Orte für reale Begegnungen doppelt wichtig, um der Einsamkeit etwas entgegenzusetzen. Die Wohnungsbaugenossenschaften schaffen dafür viele Möglichkeiten – mit Gemeinschaftsräumen, Innenhöfen, Gärten oder Veranstaltungen für die Nachbarschaft. Die Mitglieder sind es, die diese Orte und Angebote mit Leben erfüllen.

Unterstützung Die Quartiersmanagements und Geschäftsstellen der Genossenschaften sind jederzeit ansprechbar für Ideen, Fragen und gemeinsame Aktivitäten. Sie helfen dabei, Engagement zu fördern und Nachbarschaft weiter zu stärken.

Digitales Kreuzworträtsel

Bild vom Gutschein des Avocadostores

Wer das Lösungswort des Kreuzworträtsels einsendet, hat die Chance auf einen 100-Euro-Gutschein für den nachhaltigen Avocadostore – mit Produkten, die fair, umweltfreundlich und sozial verantwortlich hergestellt sind. 

Viel Spaß beim Miträtseln und viel Glück!

So nehmen Sie teil:
1. Das Rätsel komplett ausfüllen
2. Über den anschließend eingeblendeten Link das Lösungswort angeben.

Einsendeschluss ist der 20.11.2026