Innovative Wohnformen bieten pflegebedürftigen Menschen neue Alternativen zum klassischen Pflegeheim
Wohn-Pflege-Gemeinschaft: eine Alternative zur klassischen Pflege.
Die gute Nachricht zuerst: Unsere Lebenserwartung steigt immer weiter – die Zahl der Menschen in Deutschland, die 100 Jahre oder älter sind, wuchs in den letzten zehn Jahren um 25 Prozent. Doch die Kehrseite ist, dass wir mit zunehmendem Alter auch häufiger Hilfe im Alltag benötigen.
Pflegebedürftigkeit nimmt deutlich zu
Bis zum Jahr 2055 könnte die Zahl der Pflegebedürftigen in Hamburg im Vergleich zu 2021 um 46 Prozent steigen. So zumindest hat es das Statistische Bundesamt berechnet. Zugegeben: Bis dahin sind es noch 30 Jahre. Doch auch für die nächsten zehn Jahre ist von kontinuierlich steigenden Zahlen auszugehen. Deshalb ist es richtig und wichtig, schon heute darüber nachzudenken, wie wir im Falle einer Pflegebedürftigkeit leben und wohnen wollen.
Eine Alternative zu stationären Einrichtungen und der ambulanten Pflege in der eigenen Wohnung sind Wohn-Pflege-Gemeinschaften. Die Idee zu dieser Wohnform wurde vor rund 20 Jahren zuerst für Menschen mit Demenz umgesetzt. Das Konzept dahinter ist denkbar einfach: Eine Wohngemeinschaft wird das Zuhause für bis zu zwölf pflegebedürftige Personen.
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Selbstbestimmt leben – mit Unterstützung
Für die Mitglieder dieser besonderen WG stellt ein Pflegedienst eine ambulante Betreuung auf die Beine, die auf die jeweiligen individuellen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Den Bewohnerinnen und Bewohnern erlaubt dieses Konzept ein möglichst selbstbestimmtes Leben in einer familiären Atmosphäre, während gleichzeitig eine professionelle Pflege sichergestellt wird.
In der Wohn-Pflege-Gemeinschaft teilt sich die Gruppe alle Gemeinschaftsflächen der barrierefreien Wohnung – zum Beispiel Küche, Terrasse oder Wohnzimmer – und führt einen gemeinsamen Haushalt. Jedes WG-Mitglied hat zudem ein eigenes Zimmer mit Bad und kann sich jederzeit privat zurückziehen.
Um Teil der Gemeinschaft zu werden, schließt jede Person einen Mietvertrag über den Wohnraum ab. Angehörige, gesetzliche oder freiwillige Betreuer*innen der Pflegebedürftigen sind häufig in die Entscheidungsprozesse eingebunden und unterstützen die gemeinschaftliche Organisation.
Bundesweit entstehen immer mehr solcher Wohngemeinschaften. Auch in Hamburg wächst die Zahl. Und beim Blick auf die demografische Entwicklung in unserer Stadt wird klar, dass diese Wohnform in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen wird.
Und die Chöre singen für dich
Was Mark Forster verspricht, wird zur Nacht der Chöre in Neuallermöhe Wirklichkeit. Das Bürgerzentrum KulturA (Otto-Grot-Straße 90) bietet am Freitag, 20. Juni, ab 19 Uhr -lokalen Chören eine Bühne. Die Nacht der Chöre gibt es schon seit über 20 Jahren. Mit dabei sind diesmal der Popchor der Liedertafel Frohsinn, The Voices, der Lola-Chor, der Nettelnburger Chor von 1932 und Mitglieder von New Pepper Sheep. Der Eintritt ist frei, Spenden erwünscht und Mitsingen ausdrücklich erlaubt. Vielleicht regnet es zur Nacht der Chöre ja auch Konfetti? Auf jeden Fall wird erfahrungsgemäß auch nach Programmschluss im ganzen Haus gesungen. Das klingt gut!
Safari durch wilde Gefilde
Manche leben versteckt in ökologischen Nischen, andere haben sich die Stadt längst zurückerobert: Den Wildtieren in unserer Mitte widmet sich in diesem Jahr der Lange Tag der StadtNatur. Viele Aktionen und Führungen finden im Hamburger Osten statt, zum Beispiel in den Boberger Dünen und auf dem Gelände der Wasserkunst Kaltehofe. Mithilfe von geschulten Rangern, Naturexperten und etwas Glück wartet am 21. und 22. Juni ein Rendezvous mit Ringelnatter, Ameisenlöwe, Fledermaus und Biber. Einen Überblick über die mehr als 250 geplanten Veranstaltungen in und um Hamburg gibt es unter
www.tagderstadtnaturhamburg.de.
Eine Woche voller Kunst und Kultur
Die Wentorfer Kulturwoche wird volljährig. Zum 18. Mal spielt die Kulturszene die erste Geige im Ort. In Wentorfs Schaufenstern stellen lokale Künstler und Künstlerinnen ihre Werke aus, an 30 Standorten finden etwa 80 Veranstaltungen statt. Vom Eröffnungskonzert mit „Sacre Fleur“ bis zum Finale mit den „Medical Voices“ gestalten vertraute und neue Köpfe das Programm. Und wie jedes Jahr lädt die Kulturwoche in der Zeit vom 20. bis 29. Juni zum Mitmachen ein. Zum Beispiel auf der Freiluftgalerie an der Kinderinsel, bei der Kunstgemeinschaft „Alte Tischlerei“ und an zahlreichen Veranstaltungsorten unter freiem Himmel. Eine Programmübersicht gibt’s unter www.wentorfer-kulturwoche.de.
Des Nachts in Geesthacht
Zu den Highlights der letzten Geesthachter Kulturnacht gehörte die Breakdance-Performance der Tanzschule Tanzgiesellschaft im Immo-Center der Kreissparkasse. 2025 sind die Hip-Hopper genauso wie die Geesthachter Musiker Bober und Lena Inter wieder dabei. Zwischen 16 und 23 Uhr verwandeln sich am 19. Juli viele Orte der Stadt zur Bühne und geben Gelegenheit, bei freiem Eintritt in Tanz, Gesang, Musik und Lesungen hineinzuschnuppern. Veranstalterin Linda Ellen Tessloff, selbst Trainerin an der Hamburger HipHop Academy, freut sich auf Action und stille Momente, etwa mit der Krimi-Autorin Sabine Weiß, die aus ihren historischen Romanen liest.
Sternenzauber und Klangwelten
Am 18. und 19. Juli verwandelt sich die Hamburger Sternwarte in Bergedorf zum dritten Mal in eine Bühne für Musik und Astronomie. Ehrenamtliche der Unimusik Hamburg und der Sternwarte laden zum Sternstunden Festival ein. Auf fünf Bühnen – Open Air und in den historischen Gebäuden – werden über 30 Konzerte verschiedener Genres präsentiert, ergänzt durch ein abwechslungsreiches Programm aus Vorträgen, Experimenten und Kinderaktivitäten. Für die jüngsten Gäste gibt es Führungen, astrophysikalische Bastelangebote und musikalische Beiträge. Das Festival startet am Freitag um 16 Uhr, am Samstag um 14 Uhr. Alle Infos zum Programm sowie Tickets gibt es unter www.sternstundenfestival.de.
Sommerfeste im Haus brügge
Mit Sprechstunden, Beratungen und einem breiten Kursangebot, als Gruppentreff und Helferbörse ist das Haus brügge über Bergedorfs Grenzen hinaus bekannt. Zweimal im Jahr feiern die „Brüggenbauer“ das lebendige Miteinander in Lohbrügge. Haus und Garten füllen sich dann mit Nachbarn, die einander längst nicht mehr fremd sind. Am 20. Juli ab 14 Uhr gestalten u. a. der Alevitische Kulturverein Bergedorf und der Verein für Völkerverständigung das Sommerfest der Kulturen. Das brügge-Sommerfest findet voraussichtlich wieder am Hamburger Tag der Familien, also am 6. September, statt. Der Besuch der Sommerfeste kostet keinen Eintritt. Weitere Infos unter www.sprungbrett-bergedorf.de.
Starke Sounds am Eichbaumsee
Umsonst und draußen: Das Wutzrock-Festival bleibt seinen Traditionen treu. 1978 aus Protest gegen fehlende Freizeitangebote im Hamburger Osten ins Leben gerufen, ist das Festival bis heute ein Ort, an dem sich kritische Geister Gehör verschaffen. Zum Line-up gehören diesmal die Band „Kapa Tult“, die als Support für Madsen auf Tour war, die „Hinterlandgang“ und „Schweinepolo“. Eher ruhige Töne schlägt der Hamburger Marlo Grosshardt an. Neben der Festivalwiese sind ausgewiesene Flächen vom 8. bis 10. August zum Zelten freigegeben. Wenn die Bässe ruhen und die Vögel singen, gibt es Frühstück zu fairen Preisen am Café-Zelt. www.wutzrock.de.
Das ist die perfekte Welle
Was bis zum letzten Frühjahr als Provisorium funktionierte, macht in der aufgepeppten Version erst richtig Spaß: Professionell bepflanzt und asphaltiert verwandelt sich der BMX-Pumptrack am Westensee an jedem Sommerwochenende in ein aufregendes Labyrinth für Skater und BMX-Akrobaten. Der Parcours in Neuallermöhe ist der erste seiner Art in Hamburg und dank engagierter Bürgerbeteiligung nach den Wünschen der Biker-Community vor Ort entstanden. Anfängern wie Könnern bietet der Rundkurs Herausforderungen jeden Schwierigkeitsgrades – zu jeder Zeit. Die perfekte Oase für alle Freizeitsportler und Freestyler.
Einsamkeit kann jede und jeden treffen. Das Gute ist: Wir alle können etwas gegen Einsamkeit tun
Eine Vielzahl von Stiftungen, Vereinen und Genossenschaften bilden eine breite Basis für das Hamburger Bündnis gegen Einsamkeit.
Hamburg geht entschlossen gegen Einsamkeit vor: Das von unserer Stiftung initiierte „Bündnis gegen Einsamkeit in Hamburg“ (BgEH) bringt Akteure aus verschiedenen Bereichen zusammen, um gemeinsam nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Bei der Auftaktveranstaltung im Februar 2025 haben sich 145 Vertreter*innen von Organisationen und Initiativen vernetzt und über Best-Practice-Ansätze ausgetauscht.
Gesamtgesellschaftliche Herausforderung
Lange galt Einsamkeit als Problem älterer Menschen. Heute zeigen Studien, dass alle Altersgruppen betroffen sind. Spätestens die Corona-Pandemie hat verdeutlicht, dass soziale Isolation und Vereinsamung tiefgreifende Auswirkungen auf die Gesellschaft haben. In Hamburg setzen sich bereits zahlreiche Akteure für mehr sozialen Zusammenhalt ein. Im BgEH schließen sie sich zusammen, um gemeinsam noch wirksamere Maßnahmen zu entwickeln.
Grundstein für Zusammenarbeit
Der erste große Meilenstein des Bündnisses war die Auftaktveranstaltung am 19. Februar 2025 in der Hamburger Rathauspassage. Dort diskutierten 145 Teilnehmende aus Stiftungen, Wohlfahrtsverbänden, Genossenschaften, der Verwaltung, Politik und Unternehmen über erfolgreiche Projekte und Kooperationsmöglichkeiten. Denn: Es gibt bereits zahlreiche Angebote, doch ihre Sichtbarkeit muss erhöht werden, auch um Doppelstrukturen zu vermeiden.
Die Bündnispartner*innen sehen einen klaren Bedarf an mehr Sensibilisierung und Aufklärung zum Thema Einsamkeit.
MITMACHEN UND VERNETZEN
Das BgEH sucht weitere Partner*innen, die sich engagieren und ihr Fachwissen einbringen. Interessierte Organisationen und Einzelpersonen können sich über eine kurze Online-Umfrage anmelden, um über aktuelle Entwicklungen informiert zu bleiben.
Kontakt Bündnis gegen Einsamkeit in Hamburg (BgEH)
E-Mail: stiftung@bergedorf-bille.de
Themenschwerpunkte und Ziele des BgEH
Um Einsamkeit nachhaltig zu bekämpfen, konzentriert sich das Bündnis schwerpunktmäßig auf verschiedene Handlungsfelder:
Teilhabe und Nachbarschaft: Stärkung sozialer Netzwerke vor Ort
Barrieren abbauen: Verbesserung der Zugänglichkeit von Hilfsangeboten
Flucht, Migration und Armut: Unterstützung vulnerabler Gruppen
Kinder, Jugendliche und Senioren: spezifische Angebote für verschiedene Altersgruppen
Ehrenamtliches Engagement: Gewinnung und Stärkung freiwillig Engagierter
Sensibilisierung und Forschung als Grundlage
Neben konkreten Unterstützungsangeboten setzt das BgEH auf Aufklärung und wissenschaftliche Forschung. Einsamkeit wird oft tabuisiert, weshalb es wichtig ist, das Thema offen zu kommunizieren und Betroffene zu ermutigen, Hilfe anzunehmen. Um wirklich passende Maßnahmen zu entwickeln, will das Bündnis gemeinsam mit Hamburger Hochschulen empirische Daten erheben. Sozialwissenschaftler*innen, Psycholog*innen und Stadtforscher*innen sollen wissenschaftliche Erkenntnisse liefern.
Politik unterstützt das Vorhaben
Isabel Said, Abteilungsleiterin in der Hamburger Sozialbehörde, unterstrich in ihrer Keynote die Bedeutung des BgEH und bekräftigte, dass gemeinsam eine umfassende Landesstrategie gegen Einsamkeit entwickelt werden soll. Diese soll Akteur*innen aus allen relevanten Sektoren einbinden und langfristige Lösungen fördern.
Partnerschaft für Demokratie gestartet
Neu in der Stiftung: Ulrike Mühlbauer
Ein lebendiges Miteinander beginnt in der Nachbarschaft – dort, wo Menschen sich begegnen, sich austauschen und gemeinsam gestalten. Die neue Partnerschaft für Demokratie in Bergedorf setzt genau hier an: Sie bringt Menschen zusammen, unterstützt Initiativen und macht Demokratie vor Ort erlebbar.
Seit Mitte März leitet Ulrike Mühlbauer die Koordinierungs- und Fachstelle „Demokratie leben!“ Bergedorf in der Bergedorf-Bille-Stiftung. Mit ihrer langjährigen Erfahrung in den Bereichen Bildung, Beschäftigung und Integration sowie ihrem Engagement für gesellschaftliche Teilhabe und Antidiskriminierung möchte sie neue Impulse setzen und eine Kultur der Vielfalt und Mitbestimmung fördern.
Die Partnerschaft für Demokratie, die in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Bergedorf, Vereinen, Organisationen und engagierten Menschen aufgebaut wird, erhält Förderung durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“. Ziel ist es, demokratische Werte zu stärken, Vielfalt zu gestalten und Extremismus vorzubeugen.
Ein zentraler Baustein der Initiative ist die Vernetzung von Demokratieaktivitäten sowie die Unterstützung neuer Ideen. Dazu werden ein Jugendforum, ein Begleitausschuss und ein Aktionsfonds eingerichtet, um Workshops, Veranstaltungen und Projekte gezielt zu fördern.
Mit dieser Initiative wird das lokale Engagement im Bezirk Bergedorf gebündelt und gestärkt – für eine weltoffene, vielfältige und demokratische Gesellschaft.
Einmal im Quartal laden wir unsere ehrenamtlichen Gruppenleitungen aus den Treffpunkten zu einer offenen Informations- und Austauschrunde ein. Dabei sind wir jedes Mal in einem anderen Quartier. Wir freuen uns über Ihre Anmeldung und ein Wiedersehen.
Termine in der zweiten Jahreshälfte 2025
9. Juli 2025, 15–17 Uhr,
Bergedorf-Bille-Treffpunkt Hopfenstraße
10. September 2025, 15–17 Uhr,
Bergedorf-Bille-Treffpunkt
Ladenbeker Furtweg
Kontakt: Sarah Lena Goos
sarahlena.goos@bergedorf-bille.de
040/72 56 00-65
Mit dem Sommerbad Altengamme liegt eines der ältesten und charmantesten Bäder Hamburgs im Bezirk Bergedorf
Wie am Strand: Mit einem flachen Sand-Einstieg bietet das Sommerbad sicheren Schwimmspaß.
Von Mitte Mai bis Ende August füllt sich die 2024 neu eröffnete Oase am Horster Damm mit Leben. Vor der Gründung des Bades in den späten 1920er-Jahren wurde das Gelände landwirtschaftlich genutzt. Bis zum Elbufer und an die Ränder der Nachbargemeinden heran prägten Felder, Wiesen und weidende Kühe das Bild. In den frühen 1900er-Jahren kamen dann die ersten Überlegungen auf, das Areal für die Badefreuden der wachsenden Bevölkerung umzugestalten. Federführend bei Planung und Umsetzung des Projekts „Horster Moor“ waren Bürger vor Ort.
Heute erstreckt sich das Sommerbad über eine Fläche von etwa drei Hektar. Brunnenwasser aus 30 Metern Tiefe speist das hundert Meter lange Becken. Der Brunnen liefert klar gefiltertes Wasser, das regelmäßig auf seine Qualität überprüft wird. Das Bad am Horster Damm ist eines der kältesten Badegewässer der Stadt. Kalt, aber chlorfrei – und dafür heiß geliebt.
2023 wurde das Bad für rund 500.000 Euro saniert. Knapp die Hälfte der Kosten finanzierte das Bezirksamt Bergedorf aus eigenen Mitteln, der Rest kam aus dem Sanierungsfonds. Die Arbeiten umfassten die Reparatur der hölzernen Spundwand, den Einbau einer neuen Kunststoffwand im himmelblauen Schwimmerbecken und die Instandsetzung von Pumpenschacht und Brunnen. Hinzu kamen Gehwegplatten, ein großzügiger Sand-Spielplatz mit Matschtisch, holzverkleidete Sanitärcontainer sowie neue Fahrradständer. Die bewährten „Umkleideschnecken“ wurden behutsam renoviert.
So hat das Sommerbad seinen alten Charme bewahrt. Wer in Altengamme schwimmt und spielt, ist in der Natur. Und in guten Händen: Der Verein „Sicheres Wasser“ (SiWa) stellt an den Wochenenden und in den Sommerferien täglich eine Bade-aufsicht. SiWa-Vorsitzender Sergej Berger geht davon aus, dass auch 2025 ein Schwimmkurs für Kinder angeboten wird. Das Ehepaar Waschatz betreibt den Kiosk und versorgt die Besucher*innen, von denen immer mehr mit dem Rad statt mit dem Auto kommen, mit Snacks und Getränken. Das Sommerbad Altengamme ist für viele Gäste der tägliche Sprung ins Vergnügen. Es ist aber auch ein Stück Geschichte und ein Symbol für Bürgerengagement vor Ort. Die Historie des Sommerbades zeigt, wie sich eine Vision verwirklichen ließ – bis heute bei freiem Eintritt!
Zwei Marschländer Jungs beim Sprung ins Vergnügen.
INFO
Das Sommerbad Altengamme liegt am Horster Damm 76–80. Parkplätze für Pkw sind begrenzt, Busverbindung vom Bahnhof Bergedorf mit der Linie 228 bis Horster Moor in 29 Minuten, im Sommer halbstündlich. Der Eintritt ist frei, Badeaufsicht an Wochenenden und in den Sommerferien täglich. Öffnungszeiten 10–19 Uhr. Zugänglich ist das Bad auch über einen Transponder, der über den SV Altengamme erhältlich ist.
Die große Vielfalt einer großartigen Idee
Zum Internationalen Jahr der Genossenschaften 2025 lobte der UN-Generalsekretär António Guterres im Grußwort: „Genossenschaften sind die Lösung für viele globale Herausforderungen unserer Zeit.“ So stellen Wohnungsgenossenschaften in der ganzen Welt bezahlbaren Wohnraum bereit – vor allem in Ballungsgebieten. Allein in Europa bewirtschaften 43.000 Wohnungsgenossenschaften rund 25 Millionen Wohnungen. Aber auch in anderen Bereichen engagieren sich Genossenschaften mit ihren Grundprinzipien Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung für das Gemeinwohl.
Wirtschaften für Menschen
Ein kurzer Überblick: Landwirtschaftliche Genossenschaften spielen weltweit eine wichtige Rolle in der Nahrungsversorgung und -sicherheit. Energiegenossenschaften beteiligen die Menschen aktiv an der Energiewende und verbessern die Akzeptanz der Erneuerbaren. Genossenschaftsbanken stärken die regionale Wirtschaft und übernehmen vor Ort soziale Verantwortung. Gewerbliche Genossenschaften verbessern die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit von kleinen und mittelständischen Betrieben gegenüber großen Konkurrenten. Konsumgenossenschaften engagieren sich für Nachhaltigkeit, indem sie auf Lieferketten und die Herkunft der Produkte achten.
Erstmals im Profifußball
„Der FC St. Pauli ist die Alternative im Profifußball, aber wirtschaftlich setzen wir auf hanseatische Vernunft. Mit der Genossenschaft liefern wir den Gegenentwurf zur Macht der Großinvestor*innen und zum Ausverkauf des Fußballs“, so wirbt die Football Cooperative St. Pauli von 2024 eG um Mitglieder. Die neu gegründete Genossenschaft, die erste im Profifußball, will 30 Millionen Euro einsammeln. Damit will sie die Mehrheit am Millerntor-Stadion erwerben und zu einem fairen Preis an den Verein vermieten. Langfristig plant die neue eG, den Sport außerhalb des Herrenfußballs zu fördern und soziale, kulturelle, nachhaltige und gemeinnützige Projekte zu unterstützen. Aktuell gibt es eine Warteliste für die nächste Zeichnungsphase (Anteile: 750 Euro plus Gebühren). Mehr Infos: fcspeg.com
Sie piepsen, ticken und klicken, brummen, leuchten, blinken, flimmern oder vibrieren. Und manche verstauben. Zählen Sie einmal nach – wie sieht es bei Ihnen zu Hause aus? Laut der UNITAR-Studie von 2022 werden im Schnitt 13 unserer 74 Geräte ungenutzt in Schränken oder Schubladen gelagert: Neun davon sind noch funktionstüchtig, vier davon defekt. Doch jeder Stecker zählt! Denn alle Geräte enthalten wertvolle Rohstoffe wie Kupfer, Aluminium, Kunststoff – oder auch kritische Rohstoffe wie etwa Lithium oder Kobalt. Das sind Rohstoffe, die von entscheidender wirtschaftlicher Bedeutung sind und nicht zuverlässig in Europa abgebaut werden können – derzeit stehen 34 Rohstoffe auf einer EU-Liste. Deshalb ist es wichtig, dass sämtliche Geräte, die nicht repariert werden können oder verschenkt werden sollen, möglichst rasch wieder in den Kreislauf gelangen, damit die Rohstoffe nach der Aufbereitung erneut verwendet werden können. Am jährlichen „E-Waste Day“ rufen Organisationen aus über 70 Ländern Konsumentinnen und Konsumenten zu einem nachhaltigen Umgang mit Elektrogeräten auf. Der „E-Waste Day“ findet jedes Jahr am 14. Oktober statt – und wird von einer bundesweiten Aktionswoche begleitet.
Mehr Infos plus Rückgabefinder, der das ganze Jahr gültig ist, unter e-schrott-entsorgen.org
Andreas Breitner, Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen e. V. (VNW)
Hamburgs Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein hat Anfang des Jahres den neuen „Hamburg-Standard“ vorgestellt. Er soll das Bauen vereinfachen, berücksichtigt gleichzeitig die tatsächlichen Bedürfnisse der Mieterinnen und Mieter, sieht effizientere Planungs- und Managementprozesse während der Bauphase vor und soll schnellere Genehmigungen seitens der Behörden ermöglichen, um den Wohnungsneubau preisgünstiger zu machen.
Ist das realistisch?
Andreas Breitner: Der „Hamburg-Standard“ ist ein guter Anfang und birgt die große Chance, zum bezahlbaren Bauen zurückzukehren. Die „Initiative kostenreduziertes Bauen“, die ihn erarbeitet hat, ist ein Beispiel dafür, dass handhabbare Ergebnisse herauskommen können, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Es ist ja so: Um den Wohnungsneubau zu sichern, müssen die Herstellungskosten für neue Wohngebäude sinken und Planungsprozesse gestrafft werden. Das ist insbesondere für den geförderten Wohnungsbau wichtig, da unsere Mitglieder – allein in Hamburg sind das rund 70 gemeinwohlorientierte Wohnungsunternehmen – bezahlbare Mieten erwarten. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Doch die Zeit drängt, jetzt müssen die neuen Ideen und Lösungsvorschläge rasch in die Realität umgesetzt werden. Anhand tatsächlich gebauter Projekte werden wir auswerten, ob und wie die theoretisch errechneten Kostenersparnisse erreicht werden.
Welche Aspekte sind für Mieterinnen und Mieter relevant?
Grundsätzlich halte ich das bezahlbare Wohnen für eine der wichtigsten sozialen Fragen unserer Zeit. Jeder Mensch braucht ein sicheres Zuhause, um sein Leben so gestalten zu können, wie er es möchte. Die im VNW organisierten Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften, kommunalen Wohnungsunternehmen und Stiftungen stehen für bezahlbares Wohnen, soziale Sicherheit und eine solidarische Gemeinschaft. Denn wohnen ist mehr als vier Wände. Lebensumstände und -phasen ändern sich – und damit häufig auch die Ansprüche an eine Wohnung. Derzeit ist es jedoch schwierig, eine freie Wohnung in Hamburg zu finden. Manche bleiben daher in nicht optimalen Wohnverhältnissen. Deshalb müssen wir so schnell wie möglich mehr Wohnraum schaffen.
Ich fürchte, dass die Rahmenbedingungen – hohe Bau- und Finanzierungskosten – in den kommenden Jahren schwierig bleiben werden. Gleichzeitig wollen wir die Energiewende schaffen. Der „Hamburg-Standard“ kann dazu beitragen, diese Herausforderungen zu meistern.
Werden sich die neuen Regelungen auch auf Modernisierungen von Bestandsgebäuden auswirken?
Meiner Ansicht nach müssen die identifizierten Einsparpotenziale auch bei der Sanierung bestehender Wohnungen Anwendung finden. Derzeit sieht das die Initiative kostenreduziertes Bauen aber nicht vor. Die Novellierung der Hamburger Bauordnung wird bei der Sanierung von Bestandsobjekten Erleichterungen bringen. Insbesondere bei der energetischen Sanierung benötigen wir dringend Erleichterungen. Hamburg will bis 2045 klimaneutral sein. Das klingt auf den ersten Blick weit weg, aber unsere Mitgliedsunternehmen halten rund 300.000 Wohnungen in Hamburg. Bis zu 40 Milliarden Euro müssen Hamburger Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften in den kommenden zwei Jahrzehnten investieren. Das wird nur möglich sein, wenn die Einsparpotenziale des „Hamburg-Standards“ auch auf den Bestand übertragen werden.
Inwiefern wird sich der neue „Hamburg-Standard“ auf die Mietpreise auswirken?
Derzeit muss ein Unternehmen beim Bau einer neuen Wohnung rund 4.600 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche investieren. Hinzu kommen die Kosten für Grundstück und Finanzierung. Wenn es gelingt, mit den Ansätzen des „Hamburg-Standards“ auf 3.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche zu kommen, dann bin ich optimistisch, dass die im VNW organisierten sozialen Vermieter wieder vermehrt bauen werden – und weiterhin vergleichsweise günstig vermieten können. Dann braucht es auch keine Mietpreisbremse – im Gegenteil. Diese wäre für die gemeinwohlorientierten Vermieter kontraproduktiv, da sie sich Investitionen nicht mehr leisten könnten und im Zweifelsfall Bestandsimmobilien verkaufen müssten.
Bergedorf-Bille-Treffpunkte
Die 17 Treffpunkte der Bergedorf-Bille-Stiftung sind offene Orte, an denen Nachbar*innen und Interessierte aus den Quartieren zusammenkommen können. Hier finden regelmäßig Gruppenangebote und gemeinschaftliche Aktivitäten statt – von Gymnastik und Yoga über Spieletreffs für Jung und Alt bis hin zu kreativen Angeboten wie Patchworken, Stricken und Häkeln. Auch Workshops, Bildungs- und Infoveranstaltungen werden angeboten. Die Angebote sind kostenfrei und können, sofern nicht anders angekündigt, ohne Voranmeldung besucht werden.