Bergedorf vom Wasser aus entdecken
Per Kanu und Kutter Hamburgs Südosten neu erleben
Ob mit Muskel- oder Motorkraftkraft: Entlang der Bille und der idyllischen Wasserwege findet man rasch Erholung.
Neben den bekannten Hafen- und Alsterrundfahrten laden die Wasserwege rund um Bergedorf zum Entschleunigen ein. Wer selbst das Ruder in die Hand nehmen will, ist auf Bille, Gose- und Dove-Elbe im richtigen Fahrwasser. Das Revier reicht vom Stadthafen am Serrahn bis zur Tatenberger Schleuse. Kanustationen unterstützen mit Material und Touren-Tipps.
Am Schillerufer verleiht das Bootshaus Bergedorf Kanus und Tretboote für Bille-Trips Richtung Reinbeker Mühlenteich. Für kleine Flusspiraten ist die sechs Kilometer lange Strecke ein echtes Abenteuer. Größere Touren sind bei Paddel-Meier an der Gose-Elbe möglich. Von der kleinen Runde bis zur sechsstündigen Tagestour geht es auf strömungsarmen Wasserwegen durch Hamburgs Gemüsegarten. Mit Pausen schaffen es Paddler locker an der Reitbrooker Mühle und weidenden Kühen vorbei bis zur Olympia-Regattastrecke an der Tatenberger Bucht. Anders als die Profis, die hier trainieren, sollten sich Freizeit-Ruderer aber nicht überschätzen. Sonne, Wind und Ehrgeiz sorgen bei Ungeübten für einen satten Muskelkater am nächsten Tag.
Vierländer Ewer – Teil der Bergedorfer Museumslandschaft. Maximal zehn Gäste können mitfahren.
Wer langsam unterwegs ist, erlebt die Natur besonders intensiv. Die Seitenarme der Elbe sind geprägt von Seerosen, dichtem Schilf und alten Weiden. So auch am Neuengammer Durchstich, der Dove- und Gose-Elbe verbindet. Der schmale Kanal führt durch ein geschütztes Vogelgebiet und ist besonders ruhig.
Mehr über die Geschichte und Nutzung des „tauben“ Elbarms (niederdeutsch: „dove“) erfährt man bei einem historischen Ewertörn. Einst brachten Bauern aus den Vierlanden Obst und Gemüse auf flachen Booten in die Stadt. Heute führt der Törn vom Serrahn bis zur Gedenkstätte Neuengamme und zurück.
Komfortabler sind die Fahrten der Bergedorfer Schifffahrtslinie. Angeboten werden Rund- und Tagesfahrten, zum Beispiel durch die Marschlande, die Vierlande oder auf der Bille in Richtung Hafen. Je nach Buchung gibt es ein Fischbrötchen am Ziel oder das reichhaltige Brunch-Büfett schon an Bord.
Für alle Wasserwanderer mit Kindern im Boot ist „Der lange Tag der Stadtnatur“ wie gemacht. Das Aktionswochenende am 13. und 14. Juni widmet sich der Hamburger Flussnatur. Auf dem Programm stehen auch Bootsausflüge für Kinder und Familien. Anmelden kann man sich seit Ende Mai, viele Veranstaltungen sind kostenlos. Also: Picknick und Wertsachen ab in die Tonne und rein in die Wasserwildnis vor der eigenen Haustür! Alles fließt.
Bootshaus Bergedorf, Schillerufer 41
Mo. bis Sa. 13 bis 19 Uhr, So. 11 bis 19 Uhr
Kanus, Tretboote und SUP-Boards (1er-Kajak bis 4er-Kanu)
10 bis 15 Euro pro Stunde, 50 bis 70 Euro pro Tag inkl. Ausrüstung
Kontakt: info@bootshaus-bergedorf.com, Tel. 0 40/41 92 29 06
Paddel-Meier, Heinrich-Osterath-Straße 256, Kirchwerder
Täglich 10 bis 18 Uhr (Reservierung empfohlen)
1er-Kajak bis 11er-Kanu, SUP-Boards
10 bis 44 Euro pro Stunde, 22 bis 50 Euro pro Tag inkl. Ausrüstung
Kontakt: info@paddel-meier.de, Tel. 0 40/7 37 24 57
Historische Ewertörns, Serrahn, Bergedorf
Nächste Fahrt: 19. Juni, 15 bis 18 Uhr
30 Euro pro Person
Anmeldung: 0 40/71 00 82 28 oder info@geschichts-kontor.de
Bergedorfer Schifffahrtslinie, Alte Holstenstraße 64
Tagesfahrten: 36 bis 59 Euro pro Person
Infos: www.barkassenfahrt.de, Tel. 0 40/73 67 56 90
Infos und Anmeldung zum „Langen Tag der Stadtnatur“ unter
www.tagderstadtnatur.de
Lange verschwunden: 2010 wurde in den Vier- und Marschlanden wieder eine erste Biberburg entdeckt.
Kinder stark machen – bunt, kreativ und gemeinsam
Ngozi Utoh-Samuel engagiert sich seit Jahren im Bergedorf-Bille-Treffpunkt in Bergedorf-West für Kinder und Jugendliche
Ngozi Utoh-Samuel setzt sich mit PLGE für Bildung, kulturelle Vielfalt und nachhaltige Entwicklungsarbeit ein.
Frau Utoh-Samuel, wie ist Ihr Verein entstanden?
Der Verein Positive Life Global Empowerment (PLGE) e. V. ist aus einer Vision meines Mannes und mir entstanden: Wir wollten einen Ort schaffen, an dem Kinder ihre Talente entdecken und sich frei entfalten können – unabhängig von ihrer Herkunft.
Warum heißen die Kinder bei Ihnen „Smarties“?
Weil sie bunt sind – wie unsere Gruppe. Die Kinder kommen aus vielen Ländern, und genau diese Vielfalt macht uns stark. Alle Kinder und Jugendlichen von 6 bis 17 Jahren sind herzlich willkommen.
Was machen die Kinder bei Ihnen?
Wir bieten wöchentlich Musik- und Tanzworkshops, Trommelkurse sowie Koch- und Kreativangebote an. Die Kinder lernen, Verantwortung zu übernehmen, sich zu organisieren und einander zu helfen. Viele werden im Alltag dadurch selbstständiger.
Was motiviert Sie?
Ich engagiere mich seit über 20 Jahren für Kinder und Jugendliche. Es erfüllt mich, zu sehen, wie sie sich entwickeln, ihren Weg gehen und selbstbewusst werden. Besonders schön ist, dass viele Freundschaften entstehen und ich die Kinder über Jahre begleiten darf.
Sie sind auch darüber hinaus aktiv.
Ja, ich engagiere mich auch in der Kirche und unterstütze Kinder bei den Hausaufgaben. Es gibt viele Erfolgsgeschichten – etwa von Jugendlichen, die große Schwierigkeiten hatten und später ihren Weg gefunden haben.
Mit Freude nutzen die „Smarties“ das Angebot im Karlshof.
Für Ihr Engagement wurden Sie ausgezeichnet.
Ja, 2017 haben wir den Bergedorfer Bürgerpreis erhalten, und 2018 wurden wir sogar zum Bürgerfest des Bundespräsidenten nach Berlin eingeladen. Das war eine große Ehre und eine schöne Anerkennung unserer Arbeit.
Was machen Sie neben Ihrem Engagement beruflich?
Ich wurde 1971 in Nigeria geboren und habe dort Lebensmitteltechnologie studiert. In Deutschland habe ich zusätzlich eine Ausbildung im Bereich Hauswirtschaft und ein Bachelorstudium in Lebensmitteltechnologie und Wirtschaft abgeschlossen. Zurzeit suche ich nach einer Stelle im Bereich Lebensmitteltechnologie, im Labor und in der Qualitätssicherung. Ich bin Mutter von drei Kindern und inzwischen auch Großmutter.
Ein Highlight für Bergedorf ist Ihr Festival.
Ja, das Ifeoma-Festival – ein interkulturelles Fest mit Musik, Tanz, Essen und vielen Angeboten für Kinder. Es findet jedes Jahr statt und ist offen für alle.
Was wünschen Sie sich für den Stadtteil?
Mehr Zusammenarbeit und Gemeinschaft. Wenn alle mithelfen, kann viel entstehen. Die Unterstützung der Stiftung bedeutet uns zum Beispiel viel. Der Raum im Karlshof ist die Grundlage unserer Arbeit.
Vielen Dank für das Gespräch!
Aktionsfonds „Gemeinsam aus der Einsamkeit“
Einsamkeit hat viele Gesichter und kann jeden treffen – unabhängig vom Alter und von der Lebenssituation.
Wir möchten das ändern und fördern Projekte in unseren Quartieren, die Menschen zusammenbringen, das Miteinander stärken und neue Kontakte ermöglichen.
Die Bergedorf-Bille-Stiftung unterstützt Sie bei der Umsetzung Ihrer Idee. Ob als Einzelperson, Nachbarschaftsgruppe oder Verein: Wenn Sie ein Projekt starten möchten, das Begegnung schafft, sind wir an Ihrer Seite.
Was wir fördern – Ihre Ideen zählen
Wir fördern ausgewählte Projekte mit bis zu 500 Euro. Unsere Nachbarschaftsräume stehen Ihnen kostenlos zur Verfügung. So kann das Geld direkt in die Umsetzung fließen – zum Beispiel für
- Material & Ausstattung: Bastel-Utensilien, Werkzeug für Reparatur-Cafés, Spiele oder Sportgeräte.
- Referent*innen & Honorare: Führer*in für einen Rundgang, Musiker*in, Autor*in oder Expert*in für einen Vortrag.
- Verpflegung & Kleinkram: Zutaten für Kochabende oder Deko für Themen- Treffen.
Haben Sie eine Idee für Ihr Quartier? Schreiben Sie uns einfach eine kurze E-Mail an stiftung@bergedorf-bille.de.
Lassen Sie uns gemeinsam für mehr Nähe und lebendige Nachbarschaften sorgen. Wir freuen uns auf Ihre Projekte!
Hier gehts zum Anfragsformular.
LASSEN SIE SICH INSPIRIEREN
- Bewegte Nachbarschaft: gemeinsame Spaziergänge im Quartier, eine Runde Boule im Park oder sanftes Yoga auf der Wiese.
- Wissen & Können: eine „Digital-Sprechstunde“ für Einsteiger*innen, ein Reparatur-Café oder ein Event zum Saatgut-, Kleider- oder Büchertausch.
- Kultur vor der Haustür: ein kleines Hinterhof-Konzert, eine Lesung im Treppenhaus oder ein Konzert im Waschsalon.
- Generationen-Tandems: „Strick-Geheimnisse“ – Senior*innen zeigen Jüngeren Handarbeit oder probieren beim „Kochtreff Jung & Alt“ gemeinsam leckere Rezepte aus.
Demokratie braucht Mitwirkung: Willkommen im Team, Katrin Reimann!
Als Genossenschaftsstiftung sind wir überzeugt: Demokratie ist kein Zustand, sondern ein Prozess, der vom Mitmachen lebt. Sie braucht Verantwortung, Solidarität und gegenseitigen Respekt. Deshalb setzen wir unser Engagement 2026 fort und arbeiten im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ weiterhin eng mit dem Bezirksamt Bergedorf zusammen. Mehr zu dem gesamten Programm erfahren Sie unter: www.demokratie-leben.de
Neue Leitung der Koordinierungsstelle
Besonders freuen wir uns, ein neues Gesicht in unserem Team zu begrüßen: Seit Februar 2026 leitet Katrin Reimann die Koordinierungs- und Fachstelle der „Partnerschaft für Demokratie Bergedorf“. Sie bringt wertvolle Erfahrungen mit: Nach ihrem Studium der Politologie sowie der Deutschen Sprache und Literatur war sie zuletzt als Sozialpädagogin in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit tätig. Mit ihrer Expertise wird sie lokale Initiativen dabei unterstützen, Projekte für Vielfalt und Teilhabe umzusetzen.
Was macht die Partnerschaft für Demokratie konkret?
- Projektförderung: Wir unterstützen vielfältige lokale Projekte zivilgesellschaftlicher Akteure.
- Vernetzung: Wir bringen Menschen und Ideen zusammen.
- Jugendbeteiligung: Wir helfen jungen Menschen, ihre Visionen für den Stadtteil zu realisieren.
- Engagement: Wir stärken das freiwillige Ehrenamt vor Ort.
Katrin Reimann, Leiterin der Koordinierungs- und Fachstelle der „Partnerschaft für Demokratie Bergedorf“.
Ihre Idee für ein starkes Miteinander
Haben Sie eine Projektidee für das Jahr 2026 und suchen noch nach der passenden Unterstützung oder Finanzierung? Möchten Sie sich gemeinsam mit anderen für eine offene Gesellschaft engagieren?
Nehmen Sie Kontakt auf!
Katrin Reimann freut sich auf Ihre E-Mail an pfd@bergedorf-bille.de oder Ihren Anruf unter 0 40/72 56 00-4 90.
Warum gerade jetzt Kontinuität zählt
Trotz der gesellschaftlichen Bedeutung des Programms gibt es Herausforderungen: Die Bundespolitik hat Kürzungen angekündigt, von denen bundesweit etwa 200 Initiativen betroffen sein könnten.
Unsere Position dazu
Es ist aus unserer Sicht kontraproduktiv, ausgerechnet dort den Rotstift anzusetzen, wo die Demokratie im Alltag ihre Wurzeln hat. Programme wie „Demokratie leben!“ schaffen die Räume für Begegnung und Zusammenhalt, die wir aktuell dringender brauchen denn je.
Demokratie entsteht nicht von allein, sie braucht verlässliche Strukturen, eine langfristige Absicherung und vor allem die Menschen vor Ort, die sie tragen. Wir bleiben dran!
Service
Neue Impulse
Sustainability Week
Vom 26. Juni bis zum 3. Juli 2026 steht Hamburg im Zeichen von Ideen, Projekten und Begegnungen für eine lebenswerte Zukunft. Die Sustainability Week lädt alle Hamburgerinnen und Hamburger ein, sich zu informieren und mitzumachen. In der ganzen Stadt finden Veranstaltungen zu den Themen Wohnen, Klimaschutz, Mobilität und Bildung statt. Ein besonderer Treffpunkt zum Mitmachen ist die Nachhaltigkeits-Werkstatt am 1. Juli in der Handelskammer. Das vollständige Programm finden Sie unter: hamburgsustainabilityweek.de.
Wohngeld per App beantragen
Die Anwendung erleichtert die digitale Einreichung der Unterlagen
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7.000 Hamburger Haushalte erhalten Wohngeld. Rund 45 Prozent derWohngeldbeziehenden sind Familien – darunter viele Alleinerziehende. In 40 Prozent der Wohngeldhaushalte leben Rentnerinnen und Rentner. Mit der neuen Wohngeld-App stellt die Hamburger Verwaltung einen zusätzlichen digitalen Zugang bereit. Sie ermöglicht Bürgerinnen und Bürgern, ihren Wohngeldantrag unkompliziert einzureichen. Unterlagen und Nachweise können direkt aus der App hochgeladen werden, während Briefe, Bescheide und Mitteilungen aus der Verwaltung direkt an die App gesendet werden. Für die Nutzung benötigen Sie ein BundID-Konto mit Online-Ausweisfunktion (PIN). Die kostenlose Wohngeld-App ist im Apple App Store und im Google Play Store verfügbar. Infos: hamburg.de/go/wohngeldapp
Recht
Untervermietung, richtig gemacht
Rechtslage Eine Untervermietung ist nur zulässig, wenn die Genossenschaft dem zustimmt. Darauf haben Nutzer und Nutzerinnen zwar grundsätzlich einen Anspruch – allerdings nur dann, wenn sie ein sogenanntes berechtigtes Interesse haben. Das kann zum Beispiel im Fall eines Auslandsaufenthalts, eines Sabbaticals oder bei der Pflege von Angehörigen zutreffen. Der Gedanke dahinter: Wenn sich die Lebensumstände vorübergehend verändern, soll eine Untervermietung ermöglichen, die Wohnung trotzdem zu halten.
Neues Urteil Mieter oder Mieterinnen dürfen mit der Untervermietung ihrer Wohnung keinen Gewinn erzielen, der über die eigenen Ausgaben hinausgeht. Wer das trotzdem tut, riskiert die Kündigung. So hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe 2026 entschieden, Urteil vom 28. Januar – VIII ZR 228/23. Untervermietung diene allein dazu, die eigenen wohnungsbezogenen Aufwendungen zu decken – nicht, um Geld zu verdienen, so der BGH.
Hintergrund In dem Fall ging es um einen Mann aus Berlin. Für seine Wohnung zahlte der Mann 460 Euro Kaltmiete. Als er eine längere Auslandsreise plante, vermietete er seine Wohnung ohne Erlaubnis unter und verlangte von seinen Untermietern mehr als das Doppelte, nämlich 962 Euro Kaltmiete. Die Vermieterin mahnte den Mann vergeblich wegen unerlaubter Untervermietung ab und kündigte dann das Mietverhältnis fristgerecht. Am Ende des Rechtsstreits wies der BGH die Revision des Mieters zurück. Das Räumungsurteil ist damit rechtskräftig.
Beteiligung
Eure Meinung ist gefragt
So geht Stadtentwicklung
Auftaktveranstaltung mit Karen Pein, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen.
Das Projekt „Deine Orte in Hamburg“ ermöglicht jungen Menschen, ihre Lieblingsorte – oder Plätze, die sie lieber meiden – auf einer digitalen Stadtkarte zu markieren. Sie können beschreiben, warum Orte für sie attraktiv oder unattraktiv sind, welche Ecken Potenzial haben und wo aus ihrer Sicht Verbesserungen nötig wären. Die Beiträge werden bis Herbst 2027 erfasst und anschließend für die Hamburger Politik aufbereitet. „Die Meinung junger Menschen ist wichtig, und sie gehört mitten in die Stadtentwicklung“, so Senatorin Karen Pein. Mehr Infos: https://urbaneo.beteiligung.hamburg
Klare Worte
„Kosten durch energiesparendes Verhalten beeinflussen“
Die Betriebskosten als sogenannte zweite Miete steigen seit Jahren – und ein Ende ist nicht in Sicht. Silke Bainbridge Nott, VNW-Landesgeschäftsführerin und Referentin für Technik und Energie, über Hintergründe und Einflussmöglichkeiten
Silke Bainbridge Nott, Geschäftsführerin VNW-Landesverband Hamburg e.V. und Referentin Technik und Energie
Während die Bestandsmieten bei den Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften weniger stark gestiegen sind als die Verbraucherpreise, werden die Betriebskosten seit Jahren immer höher. Warum?
Die durchschnittlichen Betriebskosten liegen in Hamburg laut unserer letzten Mietenstudie bei monatlich 3,33 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Mittlerweile machen die Betriebskosten rund ein Viertel der monatlichen Wohnkosten aus. Zusammen mit der Miete ist das eine starke Belastung für Mieterinnen und Mieter. Zur Wahrheit gehört, dass lediglich ein Drittel der Betriebskostenarten durch die Vermieter beeinflussbar ist. In Neubauten sind die Betriebskosten übrigens im Schnitt höher als in älteren Wohngebäuden.
Warum ist das so, Neubau ist doch meist besser gedämmt?
Diese Entwicklung ist vor allem auf eine Kombination aus technischer Gebäudekomplexität und verschärften gesetzlichen Anforderungen zurückzuführen. Neuere Wohngebäude werden erheblich luftdichter gebaut und erfordern daher mechanische Wohnraumlüftungsanlagen. Deren Betrieb und Wartung wiederum – bei Ventilatoren zum Beispiel Filterwechsel und regelmäßige Reinigung – verursachen zusätzliche laufende Kosten, die in älteren Beständen mit geringeren Effizienzklassen in der Regel nicht anfallen. Und in Neubauten gibt es häufiger aufwendige technische Infrastruktur wie Aufzüge, Tiefgaragenlüftungen, Sicherheitstechnik und anspruchsvolle Außenanlagen. Das alles verursacht zusätzliche Kosten.
Können Bewohner*innen durch ihr Verhalten Einfluss auf die Höhe dieser sogenannten zweiten Miete nehmen?
Eine der größten Einzelpositionen der Betriebskosten sind die Heizkosten, die auch Warmwasser beinhalten. Mieterinnen und Mieter können diese vor allem
durch energiesparendes Verhalten beeinflussen – etwa durch richtiges Lüften, konstante und angemessene Raumtemperaturen sowie das Freihalten von Heizkörpern. Dazu optimieren viele Wohnungsunternehmen gerade ihre Heizungsanlagen. Kommunal erhobene Gebühren für Abfallentsorgung, insbesondere für den kostenintensiven Hausmüll, werden vermutlich weiter erhöht werden. Korrekte Mülltrennung kann da viel Geld sparen. Falsch entsorgter Abfall verursacht zusätzliche Gebühren, da nachsortiert werden oder eine kostenpflichtige Sonderleerung beauftragt werden muss. Hierzu klären die Genossenschaften aktiv auf.
Was tun die Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften sonst noch zur Entlastung?
Bei der Planung neuer Wohngebäude ebenso wie bei Modernisierungen im Bestand beziehen unsere Mitgliedsunternehmen die Folgekosten systematisch in die Investitionsentscheidungen ein. Aktuelle Planungen setzen daher verstärkt auf Lösungen, die mit einer technisch robusten und gleichzeitig kosteneffizienten Ausstattung auskommen und im laufenden Betrieb möglichst geringe Wartung und Verbrauchskosten verursachen.
Wie wird sich die „zweite Miete“ in den nächsten Jahren entwickeln?
Es ist davon auszugehen, dass sich die einzelnen Betriebskostenpositionen in den kommenden Jahren auf einem erhöhten Niveau stabilisieren oder moderat steigen. Insgesamt kann man sagen, dass auch hier ein gemeinschaftliches Handeln – in diesem Fall zwischen Gebäudebetrieb und Nutzerverhalten – die beste Lösung ist.
Während die Bestandsmieten bei den Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften weniger stark gestiegen sind als die Verbraucherpreise, werden die Betriebskosten seit Jahren immer höher. Warum?
Die durchschnittlichen Betriebskosten liegen in Hamburg laut unserer letzten Mietenstudie bei monatlich 3,33 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Mittlerweile machen die Betriebskosten rund ein Viertel der monatlichen Wohnkosten aus. Zusammen mit der Miete ist das eine starke Belastung für Mieterinnen und Mieter. Zur Wahrheit gehört, dass lediglich ein Drittel der Betriebskostenarten durch die Vermieter beeinflussbar ist. In Neubauten sind die Betriebskosten übrigens im Schnitt höher als in älteren Wohngebäuden.
Warum ist das so, Neubau ist doch meist besser gedämmt?
Diese Entwicklung ist vor allem auf eine Kombination aus technischer Gebäudekomplexität und verschärften gesetzlichen Anforderungen zurückzuführen. Neuere Wohngebäude werden erheblich luftdichter gebaut und erfordern daher mechanische Wohnraumlüftungsanlagen. Deren Betrieb und Wartung wiederum – bei Ventilatoren zum Beispiel Filterwechsel und regelmäßige Reinigung – verursachen zusätzliche laufende Kosten, die in älteren Beständen mit geringeren Effizienzklassen in der Regel nicht anfallen. Und in Neubauten gibt es häufiger aufwendige technische Infrastruktur wie Aufzüge, Tiefgaragenlüftungen, Sicherheitstechnik und anspruchsvolle Außenanlagen. Das alles verursacht zusätzliche Kosten.
Können Bewohner*innen durch ihr Verhalten Einfluss auf die Höhe dieser sogenannten zweiten Miete nehmen?
Eine der größten Einzelpositionen der Betriebskosten sind die Heizkosten, die auch Warmwasser beinhalten. Mieterinnen und Mieter können diese vor allem durch energiesparendes Verhalten beeinflussen – etwa durch richtiges Lüften, konstante und angemessene Raumtemperaturen sowie das Freihalten von Heizkörpern. Dazu optimieren viele Wohnungsunternehmen gerade ihre Heizungsanlagen. Kommunal erhobene Gebühren für Abfallentsorgung, insbesondere für den kostenintensiven Hausmüll, werden vermutlich weiter erhöht werden. Korrekte Mülltrennung kann da viel Geld sparen. Falsch entsorgter Abfall verursacht zusätzliche Gebühren, da nachsortiert werden oder eine kostenpflichtige Sonderleerung beauftragt werden muss. Hierzu klären die Genossenschaften aktiv auf.
Was tun die Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften sonst noch zur Entlastung?
Bei der Planung neuer Wohngebäude ebenso wie bei Modernisierungen im Bestand beziehen unsere Mitgliedsunternehmen die Folgekosten systematisch in die Investitionsentscheidungen ein. Aktuelle Planungen setzen daher verstärkt auf Lösungen, die mit einer technisch robusten und gleichzeitig kosteneffizienten Ausstattung auskommen und im laufenden Betrieb möglichst geringe Wartung und Verbrauchskosten verursachen.
Wie wird sich die „zweite Miete“ in den nächsten Jahren entwickeln?
Es ist davon auszugehen, dass sich die einzelnen Betriebskostenpositionen in den kommenden Jahren auf einem erhöhten Niveau stabilisieren oder moderat steigen. Insgesamt kann man sagen, dass auch hier ein gemeinschaftliches Handeln – in diesem Fall zwischen Gebäudebetrieb und Nutzerverhalten – die beste Lösung ist.
Service
ADRESSEN, DIE HELFEN
Wissen rund um Gesundheit und Pflege: Diese Kontakte bieten Unterstützung
Stiftung Unabhängige Patientenberatung
Ob gesetzlich, privat oder nicht krankenversichert: Die Patientenberatung unterstützt Sie kompetent und kostenlos – in der Beratungsstelle in Altona oder telefonisch unter 040 986 737 40, patientenberatung.de
Gesundheitsinformation
Verständliche und wissenschaftlich geprüfte Informationen rund um das Thema Gesundheit erhalten Sie beim Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de
Deutsche Depressionshilfe
Das Beratungstelefon für Menschen mit Depressionen und Angehörige erreichen Sie wochentags unter der Nummer 0800 33 44 533. Die Sprechzeiten finden Sie auf deutsche-depressionshilfe.de
Pflegetelefon
Das Pflegetelefon des Bundesfamilienministeriums informiert zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf, zur Familienpflegezeit und Finanzierung. Telefonisch erreichbar unter 030 20 17 91 31, wege-zur-pflege.de
Kompetenznetz Einsamkeit (KNE)
Vom 22. bis 28. Juni 2026 findet die bundesweite Aktionswoche gegen Einsamkeit statt. Die Seite des KNE bietet ganzjährig eine Übersicht über Aktivitäten und Anlaufstellen, kompetenznetz-einsamkeit.de
Das Hamburgische Krisentelefon
Sie erreichen das Hamburgische Krisentelefon unter 040 428 11 30 00:
Montag bis Donnerstag, 17–23:30 Uhr
Freitag, 17 Uhr bis Samstag, 7:30 Uhr
Samstag, 10 Uhr bis Sonntag, 7:30 Uhr
Sonn- und feiertags, 10–23:30 Uhr
Seit Juli 2022 gibt es das Hamburgische Krisentelefon.
Wolfgang Arnhold, Sprecher der Sozialbehörde, beantwortet die wichtigsten Fragen zu diesem Angebot.
Für wen ist das Krisentelefon da? Das Hamburgische Krisentelefon ist ein niedrigschwelliges Beratungs- und Unterstützungsangebot für Menschen in akuten seelischen Krisensituationen. Es richtet sich sowohl an Personen, die von psychischen Erkrankungen oder seelischen Belastungen betroffen oder bedroht sind, als auch an Angehörige und Menschen aus ihrem sozialen Umfeld, die Rat suchen. Das Angebot steht allen volljährigen Bürgerinnen und Bürgern offen, die in Hamburg leben.
Wie läuft ein Anruf beim Krisentelefon ab? Da jede Lebenssituation und jede psychische Krise individuell ist, gestaltet sich auch jede Beratung unterschiedlich. Anrufende haben die Möglichkeit, ihre persönliche Situation zu schildern – die Fachkräfte hören aufmerksam zu, stellen gezielte Fragen und entwickeln gemeinsam mit ihnen erste Handlungsperspektiven. Selbstverständlich unterliegt die Beratung der Schweigepflicht. Das Hamburgische Krisentelefon kann zudem als erster Zugang zu weiterführenden Unterstützungsangeboten dienen und vermittelt auf Wunsch in das psychosoziale Hilfesystem. Eine direkte Vermittlung in Psychotherapie ist jedoch nicht möglich.
Worin besteht der Unterschied zur Telefonseelsorge? Das Hamburgische Krisentelefon ist als Ergänzung zu den regulären Aufgaben der Sozialpsychiatrischen Dienste in den Fachämtern Gesundheit konzipiert. Aus Sicht der Sozialbehörde handelt es sich um zwei gleichermaßen wichtige Angebote, die sich weniger voneinander abgrenzen als vielmehr sinnvoll ergänzen.
Digitales Kreuzworträtsel
Wer das Lösungswort des Kreuzworträtsels einsendet, hat die Chance auf einen 100-Euro-Gutschein für die Buchhandlung Heymann, die in Hamburg verwurzelt ist und mit mehreren Filialen (oder online) zum Stöbern einlädt.
Viel Spaß beim Miträtseln und viel Glück!
So nehmen Sie teil:
1. Das Rätsel komplett ausfüllen
2. Über den anschließend eingeblendeten Link das Lösungswort angeben.
Einsendeschluss ist der 23.08.2026